Jeder Rapport zählt.
Auch vor Gericht.
Vorkommnisse, Rundgänge, Schäden und Kontrollen festhalten – am Handy während des Dienstes, am Computer fertigstellen. Jede Erfassung und jede Änderung hängt in einer fortlaufenden Prüfkette. Wird nachträglich etwas eingefügt, verändert oder gelöscht, wird das sichtbar – und nachprüfen kann das jeder Dritte selbst, ohne Konto.
Keine Kreditkarte für den Test. Danach ab CHF 5.– im Monat. Betrieb wahlweise auf dem eigenen Server der Firma.
Den Beweis prüft der Empfänger selbst
Jede Rapportsoftware sagt von sich, sie protokolliere Änderungen. Der Unterschied liegt darin, wer das kontrollieren kann – und ob dafür Vertrauen in den Hersteller nötig ist.
1. Jeder Schritt hängt am vorherigen
Rapport, Nachtrag, Foto, Rundgang, bestätigte Dienstvorschrift: Jeder Eintrag speichert die Prüfsumme des Eintrags davor. Wer später etwas einschiebt, ändert oder löscht, müsste alles Nachfolgende neu rechnen – sonst nennt die Prüfung die Stelle, an der die Kette nicht mehr aufgeht.
2. Eine Stelle ausser Haus bestätigt den Zeitpunkt
Wer vollen Zugriff auf einen Server hat, könnte auch alles neu rechnen. Dagegen hilft nur ein Zeuge von aussen: Eine unabhängige Zeitstempelstelle signiert den Kopf der Kette samt ihrer eigenen Uhrzeit (RFC 3161). Hinaus gehen dabei 32 Byte – eine Prüfsumme, kein Rapportinhalt, kein Objekt, kein Name. Den Stempel prüft ein Anwalt später mit OpenSSL nach, ohne uns.
3. Prüfen geht ohne Konto
Ein Kunde, eine Versicherung, ein künftiger Arbeitgeber gibt die Prüfsumme eines Rapports auf der öffentlichen Prüfseite ein und erhält eine von vier Auskünften: seither unverändert, in der Anwendung weitergeführt, gelöscht, oder vom Siegel abweichend. Inhalte gibt die Seite keine heraus – keinen Titel, kein Objekt, keinen Namen, keine Rapportnummer.
Was das nicht heisst: Die Prüfung sagt, ob eine Prüfsumme hier verzeichnet ist und ob der heutige Stand noch dazu passt. Ob das Blatt in der Hand des Prüfenden echt ist, sagt sie nicht – dafür wird die Summe verglichen. Und sie macht kein Dokument gerichtsfest oder fälschungssicher: In der Schweiz gilt die freie Beweiswürdigung (Art. 157 ZPO). Nachträgliches Ändern wird belegbar, nicht unmöglich.
In gut einer Minute gesehen
Bildschirmfotos der laufenden Anwendung, nicht nachgebaut – ohne Ton, läuft in Schleife.
Ich habe diese Rapporte zwölf Jahre lang selbst geschrieben.
2Rap ist nicht am Schreibtisch entstanden, sondern auf Schicht – aus der Frage, was ein Rapport ein halbes Jahr später eigentlich noch wert ist.
Sven Zwahlen
Sicherheitsangestellter · Gründer von 2Rap
Seit 2014 arbeite ich im Sicherheitsdienst – die ersten vier Jahre neben der Lehre als Hochbauzeichner, seit 2018 hauptberuflich. Ordnungsdienst an Anlässen, in Quartieren und Gemeinden. Begleitung und Schutz des Fahrpersonals im öffentlichen Verkehr. Bewachungs- und Revierdienst, teils mit Hund. Aufsicht in Museen, Läden und Schwimmbädern. Ordnungsdienst in Bundesasylzentren. Heute im Justizvollzug und im Umfeld von Sucht und Randständigkeit.
Am Ende jeder dieser Schichten steht dasselbe: ein Rapport. Und was mich daran gestört hat, war nie das Schreiben – es war, was danach mit dem Geschriebenen passiert. Abfotografiert, in eine Gruppe geschickt, abgetippt, verschoben, nachträglich ergänzt. Wenn Monate später jemand danach fragt, weil aus dem Vorfall eine Anzeige geworden ist, kann niemand mehr sagen, ob das noch der Rapport ist, den ich damals geschrieben habe.
Gelernt habe ich zuerst Maurer, danach Zeichner EFZ Fachrichtung Architektur; nach der Lehre war ich Junior Bauleiter. Den Sicherheitsdienst habe ich in dieser Zeit schon nebenbei gemacht – und damit vier Jahre lang beides geführt: tagsüber ein Baujournal, nachts einen Rapport.
Der Unterschied ist mir dabei jeden Tag begegnet. Auf dem Bau ist selbstverständlich, dass ein Eintrag sein Datum behält, dass man nichts herausreisst und dass später nachweisbar ist, wann was festgehalten wurde – weil daran Geld und Haftung hängen. Im Sicherheitsdienst hängt daran manchmal eine Aussage vor Gericht, und trotzdem war es nirgends so geregelt.
Genau das ist 2Rap geworden. Die Prüfkette, der Zeitanker, die Prüfung ohne Konto sind keine technischen Spielereien, sondern die Antwort auf eine Frage, die ich mir auf Schicht selbst gestellt habe: Wer kann später beweisen, dass hier nichts verändert wurde? Diese Antwort soll nicht der Hersteller lauten, sondern jeder, der es nachrechnen will.
Ich baue diese Software nicht für einen Markt, den ich mir angesehen habe. Ich baue sie für die Schicht, auf der ich selbst gestanden bin – und rede dafür weiter mit Leuten, die noch dort stehen.
Was aus welcher Erfahrung geworden ist
Aus der Nachtschicht: das Handy zuerst
Wer um drei Uhr nachts im Regen vor einem aufgebrochenen Container steht, tippt nicht auf einem Laptop. Erfasst wird am Handy, in wenigen Feldern, auch ohne Empfang. Fertiggestellt wird später am Computer.
Aus dem Baujournal: die Prüfkette
Ein Eintrag, den man nachträglich ändern kann, ohne dass es auffällt, ist kein Nachweis. Darum hängt jeder Eintrag an der Prüfsumme des vorherigen – und nachprüfen kann das jeder Dritte selbst, ohne Konto.
Aus dem Ordnungsdienst: kurz halten
Direkt nach einem Vorfall ist niemand in der Verfassung, sich durch zwanzig Pflichtfelder zu klicken. Die geführte Erfassung fragt das Nötige – in der Reihenfolge, in der man es ohnehin erzählt.
Testen kostet drei Tage und keine Kreditkarte.
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